Was ist OneNote?

23. Juni 2009

Buchbesprechung

Dagmar Herzog
Selbstorganisation mit Microsoft Office OneNote 2007

Microsoft Press
Unterschleißheim, 2008
250 S.
ISBN 3866458053
19,90 EUR

Rezensions-Datum: 04.09.2008
Bewertung: 5 von 5 Punkten

Auf vielen PCs als Teil des MS-Office-Paketes mitinstalliert, führt OneNote unbeachtet von seinen Besitzern ein völlig ungerechtfertigtes Schattendasein. Dabei ist OneNote eine (insbesondere in der aktuellen Version 2007) sehr zuverlässig und stabil laufende Anwendung. Sie hilft auf intuitive Weise Wissen zu sammeln und zu strukturieren. Vom Inhalt her können das reine Texte, eingescannte Dokumente oder Zeichnungen, Fotos oder auch ganze Webseiten und sogar Videos bzw. Tondokumente sein. Der Umfang reicht dabei vom kleinen Notizschnipsel bis hin zum Entwurf eines umfangreichen Buch-Projektes. Es gibt viele Programme für diesen Zweck (auch weniger teure Shareware und Freeware), aber OneNote ist das durchdachteste und zuverlässigste dieser Gattung. Als Elektroniker und Autor technischer Dokumentationen testete ich rund ein Dutzend und entschied mich dann für OneNote. Obwohl nicht unbedingt ein Freund des Softwareriesen, setze ich es nun schon seit mehreren Jahren ein und möchte es nicht mehr missen. Denn seitdem finde ich wirklich alle Inhalte und Notizen auf Anhieb wieder und muss mich nicht durch Leitzordner, Zettel-, Karteikarten- und Notizblocksammlungen wühlen. Aber zurück zum Hauptthema!

Herzogs Buch ist kein klassisches Computerbuch, das stupide die einzelnen Menüpunkte einer Software abarbeitet, sondern es möchte ihre vielen Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen. Anhand sehr praxisnaher und gut nachvollziehbarer Beispiele wird OneNOte dem Anwender näher gebracht.

Auf jeder Seite spürt man, dass die Autorin eine Organisationsspezialistin ist. Auch wenn es im Buch primär um Anwendungen geht, lernen insbesondere Anfänger ganz nebenbei eine Menge über die Bedienung der Software. Denn obwohl intuitiv bedienbar, ist OneNote ein sehr mächtiges Instrument zur Wissensverwaltung. Aber auch als Fortgeschrittener bekommt man manch nützlichen Tipp oder (eigentlich noch wichtiger) Anregungen für neue Sichtweisen.

Herzogs Schreibstil ist modern, erfrischend und (ausnahmsweise einmal im positiven Sinne!) fast schon amerikanisch-locker. Die grafische Aufmachung ist – nicht zuletzt durch den Einsatz von Farbe – sehr gut gelungen. Das Buch lässt sich angenehm flott lesen, die Inhalte lassen sich sehr gut aufnehmen und vor allen Dingen behalten.

Besonders interessant ist auch das letzte Kapitel „Erweiterungen“. Dort werden einige (meist kostenlose!) Hilfsmittel vorgestellt, welche die Zusammenarbeit mit anderer Software unterstützen helfen. Ich selbst setze zur reinen Strukturierung von Projekten gern den Mindmanager von Mindjet ein – dafür gibt es ein Plugin, das den Informationsaustausch zwischenden beiden Programmen optimieren hilft. Allein dieses Tool ist meiner Meinung nach den Kauf des (mit knapp 20 Euro sowieso recht günstigen) Buches wert!

Abschließend kann ich für das Buch also nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

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